Spenge - Anwohner wollen mehr Leben auf dem Blücherplatz

Am gestrigen Mittwochabend lud die SPD sämtliche Anwohner des Blücherplatzes an den „roten Grill“ um Vorort die Meinungen und Ideen für eine mögliche Umgestaltung des Platzes zu besprechen. Ungefähr 25 Menschen sind dieser Einladung gefolgt.
Aufgrund des schlechten Wetters machte Volker Ziegenbruch das treffen spontan in seinem Saal möglich. Der Grill blieb kalt.

Die Vorsitzende der örtlichen SPD, Annegret Beckmann, eröffnete und moderierte die Veranstaltung. Der Bürgermeister Herr

Bernd Dumcke begrüßte die Anwesenden und erklärte den Anlass des Treffens. 

 

Im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (kurz ISEK) sei eine Umgestaltung des Blücherplatzes weitestgehend förderfähig. Eine erste Kostenschätzung ergab einen Aufwand von 913.000€ Brutto. Parkplätze werden allerdings nicht gefördert, räumte Herr Dumcke ein und überließ damit das Wort den Gästen.

Frau Beckmann positionierte sich an ihrem Flipchart um die vielen Ideen und Meinungen in „pro“und „kontra“ aufzuteilen. Für alle „Hobbyarchitekten“ lagen Buntstifte und Pläne zum Ausmalen und Skizzieren bereit.

 

Bevor es um gestalterische Vorschläge ging, monierten Anwohner die generelle Verkehrssituation einstimmig. Es würde auf der Engerstraße viel zu schnell gefahren und nichts dagegen unternommen. Hochrechnungen von Zählungen der Verkehrsströme sollen eine ähnliche Frequentierung ergeben haben, wie die der Ravensberger Straße. Die Zählungen stammen nochaus einer Zeit, bevor die „Baustelle Lange Straße“ und der neue „Kreisel Rewe“ entstanden bzw.begonnen hatten.

Auch die Frage der Parkplatzsituation kam auf. Wer nutzt den Blücherplatz als Parkfläche und wohin sollte bei einer Umgestaltung ausgewichen werden? Helmut Rolland räumte ein, das seine Mitarbeiter dort werktäglich stehen, dies sich aber aufgrund von einer geplanten Erweiterung seiner eigenen Flächen bald erledigt habe. Volker Ziegenbruch empfand es ebenfalls als nicht problematisch, das die Parkplätze einer möglichen Umgestaltung zum Opfer fallen. Gäbe es für Herrn Ziegenbruch die Möglichkeit einen Biergarten auf dem neu gestalteten Blücherplatz zu betreiben, würde er weitere Parkplätze in seinem Hinterhof schaffen wollen. Abschließend gab es wohl Einigkeit darüber, dass es kein richtiges Parkflächenproblem gibt.  

 

Im weiteren Verlauf wurden noch Vorschläge zur Verkehrsführung gemacht. Neben der Idee den Verkehr komplett abzubinden, wurden auch eine Einbahstraßen-Lösung oder die Errichtung eines großen Kreisverkehres um den Brunnen herum genannt.  

 

Dann trauten sich jene Anwohner zu Wort, welche den Bedarf an einem Platz sehen, auf dem Leben stattfindet. Einen Platz den man aufsucht um zu verweilen. Eine Gelegenheit um ein Eis zu Essen oder einen Biergarten zu besuchen. Vielfach wurde der Barmeierplatz in Enger als gutes Beispiel genannt. Einige Anwohner würden es sogar begrüßen, wenn der Wochenmarkt vom Lönsweg auf den Blücherplatz umzieht. Bedauert wurde das es keine Feste und Veranstaltungen mehr gibt. Tanz in den Mai oder das Aufstellen des Weihnachtsbaumes sind passé.

 

Als Frau Beckmann mitteilte, dass solche Dinge durch Initiativen geregelt werden müssten, meldete sich Benjamin Volk als Vertreter der Kaufmannschaft Spenge e.V. zu Wort.

 

 „Die Kaufmannschaft hat ein großes Interesse daran, den Blücherplatz zu einem zentralen Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger zu machen. Wir von der Kaufmannschaft möchten neue Veranstaltungen etablieren. Das geht allerdings nur mit einer Umgestaltung einher. Es muss eine Infrastruktur geben. Erst wenn der Platz tatsächlich zum Verweilen einlädt, wird es auch andere Gastronomen dort hinziehen. Was bleibt uns denn sonst in Spenge?“, fragt Benjamin Volk.

 

Der Vorschlag von Frau Beckmann, so etwas im Lönsweg zu versuchen, wurde seitens der Anwesenden nicht bejubelt. Der Blücherplatz hat mit seinem Baumbestand und der Kulisse der Gebäude einen gewissen Charme. Nicht umsonst bekam dieser Ort den Namen „Blücherplatz“  - auf einem Platz verweilt man eben.

 

Am Ende herrschte Einigkeit darüber, dass es Fachleute sein müssen die sich der Landschaftsplanung annehmen. Ein bundesweiter Ideenwettbewerb wäre denkbar. Vielleicht wäre es gut, wenn man unbefangen auf dieses Projekt schaut.

 

Es informiert und grüßt,

 

Die Kaufmannschaft Spenge e.V.